Das Geisterhaus von Isabel Allende

Autor: Allende, Isabel
Titel: Das Geisthaus
Verlag: Suhrkamp
Einband: Taschenbuch
Preis: 10,00 Euro

Zum Inhalt:
Dieses Buch erzählt die Geschichte einer großen Familie in Chile. Alles beginnt in den 1920er Jahren. Esteban Trueba ist unsterblich in Rosa del Valle verliebt und versucht im Ausland ein Vermögen zu verdienen, damit er ihr zur Hochzeit etwas bieten kann. Rosa verstirbt überraschend durch einen Anschlag, der ihrem Vater galt. Ihr kleine Schwester Clara del Valle hat übersinnliche Fähigkeiten und sagte diesen Unfalltod eines Familienmitglieds voraus. Trueba ist wie von Sinnen und stürzt sich in die Arbeit auf einem großem Gut, dem „Drei Marien“, wo er zu einem zornigen, tyrannischen und gewaltätigen Gutsbesitzer wird. Durch zahllose Vergewaltigungen setzt er ohne es zu Wissen Nachkommen in die Welt, die noch eine entscheidende Rolle spielen werden.
Schließlich heiraten Trueba und Clara. Ihr Heim wird ein von Trueba gebautes Haus in der Stadt. Die Paar besucht das Gut mit ihren Kindern jedes Jahr. Claras Tochter Blanca lernt dort einen Jungen kennen und die beiden verlieben sich im Laufe der Jahre. Für Trueba bricht fast eine Welt zusammen als er erfährt, dass ausgerechnet seine Tochter einen Kommunisten liebt, steht er doch politisch auf der anderen Seite.
Der junge Mann wird zu Truebas größtem Feindbild.
(Mehr möchte ich nicht verraten.)

Meine Meinung:
Ich habe noch nicht allzu viele Familiensagen gelesen, aber dieses Buch schätze ich als genau auf das Genre zutreffend ein. Was mich ab und an verwirrte, war dieses unvermittelte Springen des Erzählens aus der dritten Person-Sicht zur Ich-Sicht.
Der Anfang wirkte für mich etwas holperig, was vielleicht an den vielen Namen, Orten und deren Zusammenhänge lag, die in schnellem Tempo auf den ersten Seiten beschrieben wurden.
Das Buch bietet meiner Meinung nach einen recht guten Eindruck darüber wie die Zeit damals in Chile war. Der Krieg kommt, der Präsident wird gestürzt. Man kann mit erleben, wie jeder seinen Platz finden muss. Auf welche Art sich Werte und Ideale auf die Überlebenschancen auswirken und welche Weg die einzelnen Personen der Geschichte nehmen, wird meiner Meinung nach gut erzählt. Man lernt alle Rollen gut kennen und kann sich denken, wie sie sich fühlen und welche Entscheidungen sie wohl treffen werden.
Grausig waren die Ereignisse der ganzen Geschichte immer wieder, was jedoch die Charaktere, das Land und die Zeit einfach mitbringen.
Da diese Genre (der Familiensagen, geschichtliche Erzählungen) nicht zu meinem Lieblingsthema gehört, war ich die ganze Zeit sozusagen gegen das Buch. Ich wollte es aber unbedingt durchlesen. Was mich immer wieder neugierig machte, waren Andeutungen, die des öfteren vorkamen. Dort stand dann sowas wie „Das war der und jener, die noch einmal dies und jenes tun würden, aber das wusste noch niemand.“ oder so ähnlich. Das fesselte meine Neugier.
Insgesamt würde ich sagen, dass es ein gelungenes und unterhaltsames Buch ist und das bietet, was man bei einer Familiensaga zu der Zeit erwartet.

Wertung: (5 Leselampen = sehr gut, 1 Leselampe = sehr schlecht)
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