Gullivers Reisen von Jonathan Swift

Autor: Swift, Jonathan
Titel: Gullivers Reisen
Verlag: Insel
Einband: Taschenbuch
Preis: 9,00 Euro

Zum Inhalt:
Das Buch stellt eine Kritik an der Gesellschaft dar. Gulliver erlebt auf seinen Reisen die erstaunlichsten Dinge. Allein strandet er in fremden Ländern mit Zwergen und Riesen…

Meine Meinung:
Das weltweit bekannte Buch stand schon ziemlich lange ungelesen in meinem Regal. Vor ein paar Jahren versuchte ich mich dran, fand aber nicht wirklich in die Geschichte hinein. In diesem Jahr nahm ich es erneut zu Hand und es ging sogar ziemlich gut. Die Idee der Geschichte, dass Gulliver auf einer Insel landet, die von winzigen Menschen bewohnt wird, war nicht schlecht. Doch der Schreibstil von damals, immerhin wurde das Buch 1726 geschrieben, war nicht so spaßbringend für mich. Die zweite Geschichte erscheint einem logisch, denn da landet die Hauptperson auf einer Insel der Riesen. Interessant bei diesen beiden Geschichten fand ich wirklich die Sichtweisen im wahrsten Sinne des Wortes, denn Swift schreibt, dass die Riesen auf ihn unheimlich häßlich und die Winzlinge unheimlich schön wirkten. Es schob dies z.B. auf deren Haut, die man jeweils ganz anders betrachten kann, so bei den Riesen wie mit einer unglaublich guten Lupe. Auch anderes selbstverständliches wirkte mit einer ganz anderen Körpergröße plötzlich ganz anders.
So weit, so gut.
Aber die dritte Geschichte fand ich ganz schauderhaft. Seltsam geformte Menschen, mit einer Intelligenz-Gruppe, die von den weniger schlauen immer wieder angeschubst werden mussten, da sie sich sonst verloren. Neee. Also neee. Das fing mich gar nicht ein. Wäre ich da nicht schon über der Hälfte des Buches angelangt, hätte ich wohl abgebrochen.
Die letzte Geschichte mit den Pferden als führende Rasse und einer Art Neandertaler als Haustier war schon wieder recht gut. Wieder wurden die Sichtweisen aus ganz anderen Richtungen beschrieben und diese und unsere Welt miteinander verglichen. Hier hörte man am deutlichsten die Gesellschaftskritik raus. Da frage ich mich manchmal, wie solche Kritiker heute schreiben würden. Ob sie das, was heute so im Argen liegt, überhaupt so weit polarisieren könnten, dass nicht eine Reihe von 700 Büchern zur Beschreibung nötig wäre?
Insgesamt bin ich froh, dass ich diesen Klassiker gelesen habe und nun weiß, worum es genau geht. Denn dieses Buch gehört für mich zu der Gruppe der Bücher, die man (eigentlich) mal gelesen haben muss. Nochmal lese ich es aber sicher nicht.

Wertung: (5 Leselampen = sehr gut / 1 Leselampe = sehr schlecht)
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